DIETRICH SCHULER – MENSCH UND WERK

Dietrich Schuler wurde am 2. Februar 1927 in Stuttgart als Sohn des Lehrers Jakob Friedrich Schuler und der Sofie geb. Steurer geboren. In Nagold besuchte er Grund- und Oberschule bis zum Herbst 1943, als die 16-17 Jährigen zur sogenannten Heimatflak abgestellt wurden. Sein späterer Standort als ,,Flakhelfer„ war Rheinfelden bei Lörrach. Der Schulunterricht wurde dort teilweise neben dem Flakdienst fortgeführt.

Nach nur 2-monatiger RAD-Zeit in Tittling/Bayern von September bis November 1944 wurde Schuler zu einer Einheit der Aufklärenden Artillerie nach Olmütz im damaligen Protektorat Böhmen und Mähren mit dem Dienstgrad „Kanonier„ einberufen. Diese Einheit verblieb dort bis Ende April 1945, als die Sowjets längst bei Berlin standen. Mit einem Teil der Besatzung von Olmütz erreichte er Prag per Bahntransport. Als eine der letzten Wehrmachtseinheiten verließ Schulers Kompanie Prag, kurz bevor dort jene grausame Mordorgie losbrach, der rund 70.000 Deutsche zum Opfer fielen. Nach der Kapitulation entzog sich Schuler durch einen 3-wöchigen Solo-Fußmarsch der Gefangennahme durch die Amerikaner und kam so Ende Mai 1945 in seinem Heimatort Oberschwandorf im Schwarzwald an. Sein Vater war im November 1944 im Kurlandbrückenkopf gefallen.

Zwischen 1947 und 1949 besuchte Dietrich Schuler sodann das Pädagogische Institut in Reutlingen, um Lehrer zu werden. Nach der 1. Dienstprüfung war er an Schulen zahlreicher Orte in Südwürttemberg/Hohenzollern angestellt und wurde im Herbst 1955 ständiger Lehrer an der Einklassenschule Reutin, einem kleinen Dorf im Kreis Rottweil. Ein Jahr später erfolgte seine Heirat. Aus der Ehe gingen 4 Kinder hervor; inzwischen hat er neun Enkel.

Mit der politischen Entwicklung im Nachkriegsdeutschland höchst unzufrieden, engagierte sich Schuler auch parteipolitisch im volkstreuen Sinne, war Mitglied der SRP bis zu deren Verbot und später Schulungsleiter im DRP-Landesverband Baden-Württemberg. Im Juli 1963 wurde bei einer Haussuchung in Reutin ein nicht zur Veröffentlichung bestimmtes Manuskript unter dem Titel „Ketzeraphorismen„ vom Bundeskriminalamt beschlagnahmt, in dem Schuler bestimmte politische und weltanschauliche Gedanken niedergelegt hatte. Aufgrund dieser Schrift, die später als „staatsgefährdend„ eingestuft wurde, kam er im März 1964 nach Stuttgart-Stammheim in U-Haft. Schuler wurde vom Schuldienst suspendiert und ein Jahr später zu 7 Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Nach eingelegter Revision waren es dann noch fünf Monate Gefängnis, die er im Jahre 1968 in Rottenburg am Neckar absitzen mußte. Gleichzeitig gingen die Beamtenrechte, der Oberlehrertitel verloren nebst dem aktiven und passiven Wahlrecht; außerdem die „bürgerlichen Ehrenrechte„. Schuler konnte sich und seine Familie zwei Jahre nur mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten. (Über Umwege wurde er einige Jahre später, „gnadenhalber„ wieder in den Schuldienst aufgenommen.) Die DRP hatte ihn schon 1963 ausgeschlossen und war inzwischen in der NPD aufgegangen. Aufgrund dieser politischen wie persönlichen Enttäuschungen schwieg Schuler die nächsten 25 Jahre...

Erst die immer brennender werdende biologische Frage ließ ihn sein Schweigen mit dem Buch „Aufstand der Verpflanzten„(Tübingen 1988) brechen. (Das Buch wurde 1999 ins Französische übersetzt.) Obwohl noch unter dem Eindruck der für Europa potentiell tödlichen Ost-West-Konfrontation verfaßt, war Schuler bereits damals das Überleben der Weißen Rasse oberstes Anliegen. Schuler hatte die demographische Katastrophe und ihre Ursachen frühzeitig erkannt und war dabei bei der Bestandsaufnahme nicht stehen geblieben. Auch sein Werk „Untergang der Weltmacht USA. Rettung der weißen Völker?„(Kiel 2003), beschäftigt sich mit der existentiellen Bedrohung der weißen Rasse, wobei Schuler hier einen geheimnisvollen Rhythmus der Geschichte entdeckt hat: Das Werden und Vergehen großer Mächte. Die USA, so Schuler, werden die nächste Macht sein, die an dieser historischen Gesetzmäßigkeit zerbrechen muß...

Über das Politische hinaus, bemühte sich Schuler von Anfang an um neue philosophische und religionsphilosophische Grundlegungen, nachdem bereits 1945 Nietzsches Werk „Also sprach Zarathustra„ seine große Liebe geworden war. So wurde er in gewissem Sinne Nietzscheaner, jedoch ohne epigonenhafte Bindung an diesen Philosophen.

Nach dem Ruhestand 1991, veröffentlichte Schuler viel von dem, was er für ein Vierteljahrhundert verschwieg: Mit der „Stunde des Kreatismus„(Birkenfeld 1993) entwarf Schuler seine Vision einer das Christentum überwindenden, neuen europäischen Religion. Die Niederlegung seiner als „kreatistisch„ konzipierten Weltanschauung bildet unbestreitbar den Hauptertrag des geistigen Ringens von Dietrich Schuler. Nach und nach wurden seine, in der Phase des Schweigens entstandenen Gedanken und Arbeiten veröffentlicht.

Seine Gedanken vertiefte er mit „Zeitenwende total!„(Birkenfeld 2000) und konnte mit „Jesus - Europas falscher Gott„(3. Aufl., Ellwangen 2006) erstmals auch ein breiteres Publikum erreichen. Seine jüngste religionsphilosophische Schrift, „Bausteine für eine Religion der Zukunft - Urmonergon und Wiedergeburt„, ergänzt und rundet sein Werk in einem wesentlichen Punkt ab. Weitere Veröffentlichungen sind in Vorbereitung...
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